Von Natur aus begünstigt

Alpenländische Burgen, Schlösschen und Herrensitze thronen auf sanften Kegeln und Bergterrassen vor schroffen Felswänden und bieten dem Auge Orientierung im saftigen Grün des Etschtales.

Gewaltige Gletscher haben hier vor Urzeiten eine breite Schneise in das porphyrhaltige Bergmassiv zwischen Ortlergruppe und Dolomiten gefräst und sowohl einen Wasserlauf, die Etsch, wie bei Kaltern den gleichnamigen See geschaffen, der sich aus Grundwasser speist. An den Flanken bildeten sich Lehmböden aus, in deren Ausläufern sammelte sich vornehmlich Geröll, und die Talsohle füllte sich meterhoch mit Schwemmland. So wurde vor Jahrtausenden geologisch angelegt, was die Kulturlandschaft bis heute prägt. An den Hängen mit ihren lockeren, steinigen Böden gedeiht der Wein am besten, im Boden der Ebene das Obst.

Beidseits des Flusstales

Zum Weingut J. Hofstätter gehören mehrere Höfe, darunter auch fünf historische Herrschaftshäuser, die für Südtirol typischen „Ansitze“. Jüngst kam ein „Maso“ hinzu, ein im südlichen Trentino gelegener Berghof.

Die Höfe liegen mit ihren Weingärten – und das ist einmalig in der Gegend – östlich und westlich des Flusses Etsch. Die Weine tragen die Namen der Höfe: Kolbenhof, Barthenau mit Yngram, Steinraffler, Oberkerschbaum und Michei.

Die Reben wurzeln auf Hochebenen und an Hängen zu beiden Seiten des weiten Flusstales in einem Höhenspektrum von 250 m bis 850 m. Dort genießen sie ideale Wachstumsbedingungen. Ungehindert durchlüften – je nach Tageszeit – kühle Bergwinde und ein warmer Südwind die Rebzeilen, je nach Talseite lässt die Morgen- oder Abendsonne die Trauben reifen. Unterschiedlicher und faszinierender können Mikroklimata nicht sein.

Entsprechend vielschichtig ist auch der Boden: je nach Lage schotterig und sandig mit kalkhaltiger Durchmischung oder vulkanischen Ursprungs. Der anspruchsvolle Gewürztraminer gedeiht hier ebenso wie der empfindliche Blauburgunder – eine Seltenheit in diesen Breiten.

Die Hanglage am Kolbenhof bei Söll oberhalb von Tramin erfüllt dem Gewürztraminer, der für diesen Ort so traditionsreichen Rebe, alle Wünsche. Hier, auf der westlichen Seite der Etsch genießt sie angenehme Morgensonne und dank frischer Fallwinde ausreichend Abendkühle.

Die Vorzüge dieser Rebgärten waren schon den Jesuiten in Innsbruck bekannt, die im 18. Jahrhundert dort ihren Wein kelterten. Dazu gehört auch die historische Parzelle Pirchschrait, die ebenfalls mit Gewürztraminer bestockt ist.

Angrenzend an den Kolbenhof liegt ein stärker nach Süden ausgerichteter, extrem steiler Weinberg, südtirolerisch „Leiten“. Er fällt in die tiefe Schlucht des Höllentals ab und ist einem ganz besonderen Mikroklima ausgesetzt. Dank anhaltender Kühle reifen die Trauben langsam und werden erst im November von Hand gelesen. Sie sind dann überreif und besonders schmackhaft – ideal für die Gewürztraminer Spätlese Rechtenthaler Schlossleiten.

Unterhalb des Kolbenhofes, am Fuß des Söller Berges, lädt eine sanfte Hanglage mit schotterigem Boden zum Anbau des heimischen Lagrein geradezu ein.

Dort findet man den Weingarten „Steinraffler“, dessen Bezeichnung auf die geologischen Gegebenheiten schließen lässt: „Raffler“ heißt im lokalen Idiom „sammeln“. Gesammelt hat sich von einem kleinen Bach angeschwemmtes Gestein.

Der Boden und das besondere Mikroklima mit der warmen Ora wie auch den Winden vom Kalterer See bieten beste Bedingungen für den Lagrein. Seit dem 13. Jahrhundert wird die alteingesessene Rotweintraube bereits im Südtiroler Unterland angebaut. Der Steinraffler mit seinen 250 Höhenmetern und sich leicht erwärmendem Boden könnte für die Rebe nicht besser sein.

Gegenüber Tramin, auf der anderen Talseite liegt das Hochplateau von Mazon mit seinen einmaligen Burgunderlagen: Sie neigen sich der Abendsonne zu und der Ora entgegen, die bis in die frühen Abendstunden talaufwärts weht. So werden die anspruchsvollen Trauben trocken und gesund gehalten.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Ludwig Barth zu Barthenau – ein Universitätsprofessor mit Liebe zum Wein – in Mazon das gleichnamige Anwesen erbaut und erstmals die Blauburgunderrebe angepflanzt – mit Erfolg, wie sich zeigen sollte.

Beim Ansitz dieses Pioniers, dessen Erbe heute J. Hofstätter pflegt, liegen exzellente Weingärten, die sich bis zu den nahen Yngram-Höfen erstrecken. Dort gedeihen der Weißburgunder „Vigna S. Michele“ und die beiden Blauburgunder „Vigna S. Urbano“ und „Riserva Mazon“. Zum Herzstück der Lage gehört auch die Parzelle „Roccolo“ mit ihren gehaltvollen Trauben von über 70 Jahre alten Reben, die auf der traditionellen Pergola wachsen.

Vittorio Foradori, der Großvater des heutigen Winzers, hat diesen ursprünglich von Ludwig Barth von Barthenau mit Blauburgunder gepflanzten Weinberg wieder mit Blauburgunder neu bepflanzt. Dank des Einsatzes von Paolo Foradori, Vater von Martin, wurde die Hochebene oberhalb von Neumarkt erst bekannt. Heute ist sie nicht nur das prominente Anbaugebiet in Südtirol, sondern die gefeierte Lage für den Blauburgunder in ganz Italien.

Südlich von Mazon liegt der Oberkerschbaumhof auf 750 bis 800 Höhenmetern. Seine nach Süden weisende Berglage ist wie geschaffen für weiße Rebsorten.

Ihre Trauben reifen hier langsam, werden spät gelesen und bringen den Charakter eines jeden Weißen auf den Punkt: mit frischen, mineralischen und fruchtigen Aromen.

Von dem steil über dem Tal angesiedelten Hof bietet sich eine spektakuläre Sicht auf die schroffen Felswände jenseits der Etsch bis hinein ins italienischsprachige Trentino. Er liegt an der Gfriller Passstraße, die – einst ein wichtiger Handelsweg – ins Cembratal führt. Auf dieser Straße oberhalb von Salurn bei Buchholz wanderte anno 1505 Albrecht Dürer nach Venedig.

Zum Maso Michei geht es hoch hinauf in eine abgeschiedene Bergwelt im südlichen Trentino. Dort gedeihen die Reben auf 790 bis 850 Höhenmetern an einem sonnengetränkten Südhang in ursprünglicher Natur. In dieser für den Weinbau bemerkenswerten Lage wächst die Rebe langsam und reift die Traube spät. Sie bringt frische, fruchtige

Zum Maso Michei geht es hoch hinauf in eine abgeschiedene Bergwelt im südlichen Trentino. Dort gedeihen die Reben auf 790 bis 850 Höhenmetern an einem sonnengetränkten Südhang in ursprünglicher Natur. In dieser für den Weinbau bemerkenswerten Lage wächst die Rebe langsam und reift die Traube spät. Sie bringt frische, fruchtige und langlebige Weine hervor: den Müller-Thurgau mit der besonderen Charakteristik dieser Region und den geschätzten Schaumwein des Trentino aus den Sorten Sauvignon, Chardonnay und Blauburgunder.

Mit dem Erwerb des Maso Michei und seinen 8,5 ha Weingärten kehrt Martin Foradori Hofstätter zu den Wurzeln seiner Vorfahren im Trentino zurück – an einen Ort, der eine Kraft verströmt, die Mensch und Wein stärkt!

Worte können die geografischen Merkmale einzelner Lagen beschreiben, doch am einfachsten lassen sie sich auf guten Karten erfassen. Wer mag, kann das Terrain der Lagen auf den eingezeichneten kleinen Straßen auch selbst erkunden.

Die kartografische Darstellung zeigt, wie unterschiedlich die Rebgärten Sonne und Wind ausgesetzt sind – je nach Höhe, Gefälle und Ausrichtung der einzelnen Hänge. Mit seinem Wissen und Gespür für die Vorgaben der Natur wählt der Winzer für jede Lage die geeignete Traubensorte. So bewahrt er die Identität des Weines, seine historischen Wurzeln, seine Heimat und seine Verbundenheit mit dem Weingut.