Ein renommiertes Familienweingut in Südtirol

Josef Hofstätter, gelernter Schlosser, führte gemeinsam mit seiner Frau Maria eine Gastwirtschaft in Tramin und kelterte im hauseigenen Keller Wein. Geschäftssinnig und mit Weitblick gründete er 1907 sein Weingut und betrieb erfolgreich Weinhandel. Als Josef Hofstätter 1942 kinderlos verstarb, führte Maria Hofstätter den Betrieb weiter, unterstützt von Konrad Oberhofer, einem langjährigen Mitarbeiter.

Konrad Oberhofer heiratete eine Nichte Maria Hofstätters und übernahm bald die Geschicke der Firma. Als einer der Pioniere der Südtiroler Weinwirtschaft setzte Konrad Oberhofer nicht mehr auf den Faßweinverkauf sondern füllte seine Weine in Flaschen ab. Zudem begann er, die Trauben getrennt nach ihrer Herkunft als Lagenweine zu vinifizieren. Damit legte er den Grundstein für das Lagendenken des Weingutes J. Hofstätter.

Paolo Foradori, Sproß einer Winzerfamilie aus dem Trentino, heiratete 1959 Luise und Konrad Oberhofers einzige Tochter Sieglinde. Er brachte die Weinhöfe Barthenau, Oberyngam, Unteryngram und Oberkerschbaum in den Familienbesitz ein. Seither nennt das Weingut als einziges Familienweingut Südtirols Lagen zu beiden Seiten der Etsch sein Eigen.

Mit der Vinifizierung des  Barthenau Vigna S. Urbano Blauburgunders trug Paolo Foradori  maßgeblich zum Erfolg dieser Rebsorte in der Lage Mazon, in Südtirol und im gesamten Italien bei.

Mit Martin Foradori Hofstätter, Sohn von Sieglinde und Paolo Foradori, beginnt 1992 für das Weingut eine Ära der Modernisierung und Erweiterung. 1998 entsteht im Zuge des Um- und Ausbaus des Gutes der Kellerturm, der zurückhaltend und dennoch bestimmend neben dem imposanten Pfarrturm das Dorfbild prägt. In den Folgejahren entstehen eine neue Enoteca, ein Schauweingarten und, als ein Novum in Südtirol, ein zusätzlicher Keller mit eleganten Betonfässern. 2007 erwirbt Martin Foradori Hofstätter die Vigna Rechtenthaler Schloßleiten, einen spektakulären Gewürztraminer Weinberg oberhalb Tramins, unweit des Kolbenhofes.
2014 führt ihn seine Passion für Riesling in das Weinbaugebiet Mosel/Saar, wo er mit dem Weingut Dr. Fischer nun über beste Rieslinglagen verfügt.
2017 schließlich expandiert er mit dem Kauf des Maso Michei ins südlich benachbarte Trentino. Damit unterstreicht er einmal mehr die Stellung des Weingutes J. Hofstätter als eines der größten Familienweingüter Südtirols mit einzigartigen, herausragenden Lagen.
Martin Foradori Hofstätter ist einer der vehementesten Verfechter des Lagendenkens in Südtirol, kompromisslos verfolgt er die Festigung der Bezeichnung Vigna als Qualitäts – und Ursprungsmerkmal.

Keller – auch mal anders!

In den architektonischen Neuerungen nimmt das Credo von Martin Foradori Hofstätter Gestalt an: Vorhandenes sollte mit Respekt aber auch mit Entschiedenheit in Zeitgemäßes verwandelt werden. So entstand eine Architektur, die anspruchsvoll ist, ohne exaltiert zu sein. Damit hat das Gut J. Hofstätter schon in den frühen neunziger Jahre ganz eigene Maßstäbe gesetzt.

Das Gut hat seinen Sitz in einem stattlichen Bau aus dem 16. Jahrhundert. Das Gebäude, ursprünglich errichtet für das k.u.k. Postfahrunternehmen, beherbergte  um 1900 die Gaststätte „Schwarzer Adler” der Maria Hofstätter, einer Großtante des heutigen Winzers. In deren Keller kelterte ihr Mann Josef seine ersten Weine. Der Erfolg und das getrennte Vinifizieren einzelner Lagen verlangten bald mehr Raum. Doch der Platz zwischen Hausberg Roen und spätgotischer Kirche war sehr begrenzt. Martin Foradori Hofstätter löste das Problem, indem er den Keller in die Höhe wachsen ließ. Er brachte ihn in einem Weinturm unter, den er im Jahre 1997 in modernem Gewand direkt neben dem Kirchturm errichtete, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen von Tramin. Aus einem gewagten Nebeneinander hat sich ein glückliches Miteinander gefügt.

Ein Novum in Südtirol sind auch neuartige Fässer aus Beton, die 2013 Einzug hielten. In ihrem wohl gerundeten Körper kann das Traubengut sanft und energiesparend gären – Lage für Lage. Dabei machen die Fässer eine so überraschend gute Figur, dass sie zu den Attraktionen des Weingutes gehören.

 

Tramin

Die Traminer-Rebe ist bereits 1145 nahe des erstmals als „Tremine“ erwähnten Ortes nachweisbar, der ihr offenbar seinen Namen gab. Seit dem 19. Jahrhundert wird ein Nachfahre der ursprünglichen Sorte wegen seines betörend würzigen Duftes „Gewürztraminer“ genannt. Im warmen Alpenland Südtirol bringt diese Rebe feine trockene Weine hervor, die reich an Säure sind.

Im früh besiedelten Etschtal machte der Wein erstmals um 400 v. Chr. zur Zeit der Räter von sich reden. Bei den Banketten römischer Cäsaren wurde er sehr geschätzt und seit dem Mittelalter auch von weltlichen wie kirchlichen Würdenträgern nördlich der Alpen gern getrunken. Von der Bedeutung Tramins, des kleinen Weinortes südlich des Kalterer Sees, zeugen mit Wandmalereien ausgestattete Kirchen wie St. Jakob im nahen Kastelaz oder zahlreiche Herrschaftssitze wie der Ansitz der Edlen von Langenmantel aus dem 16. Jahrhundert. Auf Schritt und Tritt stößt der interessierte Besucher auf Spuren einer wechselhaften Geschichte mit vielen Machthabern.