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Der große Unterschied?

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BARTHENAU Vigna S. Michele


Vigna KOLBENHOF


Vigna RECHTENTHALER SCHLOSSLEITEN


BARTHENAU Vigna S. Urbano


Vigna STEINRAFFLER


Vigna ROCCOL


Vigna PIRCHSCHRAIT

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VIGNA

Nur die Bezeichnung „Vigna“

garantiert die Herkunft eines Lagenweines

aus einem auch namentlich bekannten Weingarten.

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Von Natur aus stark!

Auf der Suche nach dem Geheimnis alter Reben.

Warum sterben so viele Rebstöcke vor ihrer Zeit?“
Diese Frage beschäftigte Martin Foradori Hofstätter seit einigen Jahren. War es der Klimawandel oder Veränderungen in Luft und Boden, dass ein Rebstock, der sechzig und mehr Jahre alt werden könnte, bereits mit zwanzig „schwächelt“ oder gar abstirbt?
Um der Sache auf den Grund zu gehen, sägte Martin Foradori Hofstätter einen Stock entzwei. Im Innern fand er morsches Holz, die Lebensadern der Pflanze zum großen Teil zerstört. Besonders geschädigt waren sie dort, wo der Stock Jahr für Jahr zurückgeschnitten wird. An den offenen Schnittwunden hatten sich Pilze und andere Parasiten eingenistet und ins Kernholz gefressen – und das in einem Ausmaß, das den Winzer überraschte, zumal die Stöcke von außen wie gewohnt aussahen: unauffällig.

Zeitreise

Vor etwa 20 Jahren wurden zwei junge Friulaner auf das Rebensterben aufmerksam. Was sie in den heimischen Weinbergen sahen, machte sie nachdenklich und weckte ihren Forschergeist. Die beiden Studenten der Agrarwissenschaften, Marco Simonit und Pierpaolo Sirch, suchten in Italien und im gesamten mediterranen Raum nach alten, gesunden Rebstöcken. Sie sammelten Hunderte von Pflanzen, verglichen und inspizierten sie aufs Genaueste. Nach Jahren der Feldforschung kamen sie dem Geheimnis der„ewigen Jugend“ auf die Spur. Der Mensch hatte das natürliche Wachstum dieser Reben behutsam in Bahnen gelenkt, sie nur in Maßen geformt.

Weit mehr als Technik

Um die Nährstoffreserven auf die Frucht zu konzentrieren, wird die Weinrebe Jahr für Jahr zurückgeschnitten. Die Traube braucht Luft und Sonne. Überflüssige Triebe werden entfernt und der Rebstock auf ein formgebendes Gerüst gezogen. Zu welcher Haltung man seine Zöglinge erzieht, hängt von regionalen Gepflogenheiten und der Rebsorte ab.
Weltweit am stärksten verbreitet ist das Ranken in langen Rebzeilen auf niedrigem Drahtrahmen.
Erziehung tut Not – aber sie muss zum Wohle der Rebe und damit der Traube sein. Durch den Stamm fließen viele Liter Wasser von den Wurzeln in die Blätter und Früchte der Pflanze.
Es gilt: ohne Wasser keine Photosynthese und ohne Wasser kein Transport von Nährstoffen in die Trauben. Jeder Schaden an den Transportwegen, hauchdünnen Kapillaren, beschneidet die Pflanze an ihrer Lebensader. Damit sie unversehrt bleibt, haben die „Vorbereiter der Trauben“, so nennen sich die beiden Rebschneider aus dem Friaul, den natürlichen Formwillen der Rebe an das heute übliche Erziehungssystem und seine Varianten behutsam angepasst.

Mit Geduld zum Erfolg

Martin Foradori Hofstätter ist von dieser alten und doch revolutionär neuen Art des Rebschnitts überzeugt.
Der Winterschnitt bestimmt, welche Rute im Frühjahr auf den Drahtrahmen gezogen wird und die Laubarbeit im Frühsommer bestimmt, welche Rute im darauffolgenden Winter angeschnitten wird. Sinn und Zweck dieser Schnittmethode ist einerseits, im Winter große Schnittwunden zu vermeiden, die durch den Rückschnitt von Rebholz entstehen, das älter als zwei Jahre ist, sowie andererseits während der Laubarbeiten im Frühsommer vorausschauend die Triebe für den nächsten Winterschnitt auszuwählen. Im Laufe der Jahre sollen sich zwei Fruchtstränge herausbilden, die abwechselnd zurückgeschnitten werden. An ihnen bringt der Stock gleichmäßig kräftige Trauben hervor. Ein Reduzieren der Fruchtmenge durch das Herausschneiden minder entwickelter Früchte erübrigt sich. Der Ertrag ist gleichmäßiger und die Qualität des Traubengutes besser. Eine gesunde Pflanze erhält sich selbst. Sie bedarf nicht der ständigen Eingriffe des Menschen.

Was in Friaul begann, findet inzwischen zahlreiche Anhänger in und außerhalb Italiens. In Südtirol war Hofstätter das erste Weingut, in dem diese Art des Rebschnitts angewandt wurde.

Winzer, die ihre Stöcke nach wie vor auf der Pergel, dem in Südtirol typischen dachartigen Gerüst erziehen, brauchen nicht umzustellen. Denn hier wachsen die Stöcke mit langen Saftbahnen empor. „Daher können diese Reben auch alt werden“, so Martin Foradori Hofstätter, „Hundertjährige sind keine Seltenheit.“ Dank Pergeln hat sich im Weingut Hofstätter ein wertvoller Bestand an Lagrein- und Blauburgunderstöcken erhalten. Meist empfiehlt es sich jedoch, die Stöcke kurz zu halten.

Daher ist die kleine Revolution im Rebschnitt nicht aufzuhalten. Denn: Die Basis eines jeden guten Weins liegt im Weinberg, mit Trauben von gesunden, kräftigen Rebstöcken. Um diesen Weg zu gehen, bedarf es der Überzeugung, der Emotionalität und des Vertrauens des Winzers. Dann trägt die Arbeit gute Früchte.

 

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