Schon in den 60er Jahren machte das getrennte Vinifizieren einzelner Lagen den Ausbau der Keller nötig. In den 90ern wurde es abermals zu eng. Das Problem löste Martin Foradori, der das Gut inzwischen von seinem Vater Paolo übernommen hatte, indem er den Keller in die Höhe wachsen ließ. Er brachte ihn in einem mit Holz umkleideten Weinturm unter, den er im Jahre 1997 in modernem Gewand direkt neben dem spätgotischen Kirchturm errichtete, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen von Tramin. Aus einem gewagten Nebeneinander hat sich ein glückliches Miteinander gefügt
Das Wirtschaftsgebäude erweist dem Gotteshaus den gebührenden Respekt – und es manifestiert das Credo des Winzers, Neues mit Altem in einer zeitgemäßen Kultur der Weinproduktion zu verbinden.
Der Keller, in dem der Wein lagert und reift, wird raffiniert belüftet und wohl temperiert. Schächte fangen die Fallwinde des Traminer Hausberges Roen ein und halten, die Zugluft ventilierend, die Luftfeuchtigkeit auf Idealwert. Eine vielschichtige, auch „transpirierende“ Innen- und Außenisolierung sorgt für konstante Temperatur. So werden die natürlichen Kräfte, Wind und Verdunstungskälte, genutzt, um den Wein energiesparend im Turm zu lagern. Degustiert wird er im oberen Turmgeschoß, das mit seiner hinter verschiebbaren Holzlamellen verborgenen Rundumverglasung einen fabelhaften Panoramablick über das Traminer Weinland bietet. Blickt der Weinfreund auf, sieht er durch ein Oberlicht auf die Spitze des hoch aufschießenden Kirchturms, in dessen Schutz der Wein in seinem Glas gereift ist.

