Konrad Oberhofer - Pirchschrait

Gewürztraminer – das Spitzengewächs

Aus dem Weingarten Pirchschrait wird seit 2006 eine kleine Menge Gewürztraminer zur langen Reife auf der Feinhefe im Fass belassen. Nach zehn Jahren kommt dieser Wein jetzt erstmals in die Flasche – ein Gewürztraminer mit charmantem Aroma, dezenter Fruchtsüße, Mineralität und Dichte.

Pirchschrait

Der Wein verkörpert den unverwechselbaren Charakter der Parzelle (italienisch „vigna“) Pirchschrait, die oberhalb Tramins beim Kolbenhof am Hang liegt. Nur das beste Traubengut gestattet die lange Reife im Fass. Wie der ebenso selektionierte Blauburgunder aus der Vigna Roccolo ist auch der Gewürztraminer aus der Vigna Pirchschrait nach einem Winzer benannt, dem sich der Erfolg des Weingutes Josef Hofstätter maßgeblich verdankt: Konrad Oberhofer.

Konrad Oberhofer

Die Hommage gebührt dem Großvater des heutigen Winzers, einem Pionier des Südtiroler Lagendenkens. Konrad Oberhofer hatte schon in den 1930er Jahren die Trauben einzelner Weingärten separat vinifiziert mit dem Ziel, die Stilistik einer jeden Lage im Wein erfahrbar zu machen.

Sein Enkel Martin Foradori Hofstätter geht mit dem Pirchschrait einen Schritt weiter, indem er den Wein nur aus handverlesenen Trauben keltert und ihn ungewöhnlich lange reifen lässt.

Lange Reife

Weißweine können weit lagerfähiger als Rotweine sein! Das mag überraschen, ist aber wahr. Der Beweis, daß selbst eine jahrzehntelange Lagerung dem Gewürztraminer gut bekommt, liegt im Familienkeller des Weingutes. Dort sind alte Jahrgänge eingelagert, Raritäten, die erstaunliche Geschmackserlebnisse bereithalten. Wenn schon der Inhalt dieser Flaschen betört, dann sollte nach aller Erfahrung ein im Fass gereifter Wein noch besser sein.

Charmante Aromen

Tatsächlich: Nach zehnjähriger Reife auf der Feinhefe hat sich der Gewürztraminer in der sorgfältigen Obhut des Önologen wunderbar entfaltet. Seine geschmackliche Textur ist dicht, seine Frische lebendig. Die Feinhefe verleiht ihm zudem ein charmantes Aroma von geröstetem Brot, Mispeln, Blütenhonig und getrockneten Früchten. Die Fruchtsüße tritt dagegen in den Jahren des Reifens dezent zurück, während die Mineralität an Ausdruck gewinnt. Was vor zehn Jahren begann, hat sich bewährt. Im Glas besticht das Spitzengewächs mit einem subtilen Spiel der Geschmacksnoten.

Kolbenhof

Die Gewürztraminerrebe reagiert empfindlich auf Temperaturen. Am Kolbenhof bei Söll oberhalb von Tramin ist die traditionsreiche Rebe in ihrem Element. Dort, auf der westlichen Seite der Etsch genießt sie angenehme Morgensonne und dank frischer Fallwinde ausreichend Abendkühle.

Der Kolbenhof ist seit alters der bekannteste Bauernhof nahe des Weinortes, der dem „Traminer“ seinen Namen gab. Die Vorzüge seiner Rebgärten waren schon den Jesuiten in Innsbruck bekannt, die von 1722 bis zur Auflösung ihres Ordens 1773 auf dem Kolbenhof ihren Wein kelterten. Danach war das Terrain fast durchgehend im Besitz der Freiherren von Unterrichter zu Kaltern, die im nahen Schloss Rechtenthal residierten. Im Jahr 1930 kaufte Josef Hofstätter das Anwesen, auf dem zu Anfang des Jahrhunderts ein imposantes Gutshaus errichtet worden war. Heute ist die Hanglage, zu der die Parzelle Pirchschrait gehört, fast ausschließlich mit Gewürztraminer bestockt.

Gewürztraminer wächst auch in der Vigna Rechtenthaler Schlossleiten – einem extremen Weinberg für starken Wein. Bald mehr dazu …

kolbenhofweinberge
Weinberg Pirchschrait
konradoberhoferportrait
Konrad Oberhofer
kolbenhofwappen
Wappen am Kolbenhof