Das Weingut

Mit Erfahrung auf der Höhe der Zeit
Das Weingut J. Hofstätter verkörpert alle Vorzüge des Weinlandes Südtirol.

Wer das Weingut J. Hofstätter aufsucht, gerät mitten in den Traminer Dorftrubel auf dem großen Platz mit Rathaus, Bar und Kirche. Vor gut hundert Jahren begann dort der Namensgeber mit dem Weinmachen. Heute führt die Familie Foradori Hofstätter den Betrieb in vierter Generation mit viel Erfahrung, besonders bei anspruchsvollen Weinen wie dem Blauburgunder und dem Gewürztraminer. Sie sind das Markenzeichen des Gutes und auch der Region neben den dort ebenfalls heimischen Weinen Lagrein, Weißburgunder und Vernatsch. Die Größe der bewirtschafteten Rebfläche erlaubt bei Hofstätter noch viel Handarbeit im Weinbau. Doch lohnt sich auch der Einsatz bester Technik. Hochmodern sind die Keller, die ein schonendes Vinifizieren und wohltemperiertes Lagern der Weine ermöglichen.

Keller – auch mal anders!

In den architektonischen Neuerungen nimmt das Credo von Martin Foradori Hofstätter Gestalt an: Vorhandenes sollte mit Respekt, aber auch mit Entschiedenheit in Zeitgemäßes verwandelt werden. So entstand eine Architektur, die anspruchsvoll ist, ohne exaltiert zu sein. Damit hat das Gut J. Hofstätter schon in den frühen neunziger Jahre ganz eigene Maßstäbe gesetzt.

Das Gut hat seinen Sitz in einem stattlichen Bau aus dem 16. Jahrhundert, der für das k.u.k. Postfahrunternehmen errichtet wurde und um 1900 die Gaststätte „Schwarzer Adler” von Maria Hofstätter, der Großtante des heutigen Winzers, beherbergte. In deren Keller kelterte ihr Mann Josef seine ersten Weine. Der Erfolg und das getrennte Vinifizieren einzelner Lagen verlangten bald mehr Raum. Doch der Platz zwischen Hausberg Roen und spätgotischer Kirche war sehr begrenzt. Martin Foradori Hofstätter löste das Problem, indem er den Keller in die Höhe wachsen ließ. Er brachte ihn in einem Weinturm unter, den er im Jahre 1997 in modernem Gewand direkt neben dem Kirchturm errichtete, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen von Tramin. Aus einem gewagten Nebeneinander hat sich ein glückliches Miteinander gefügt.

Ein Novum in Südtirol sind auch neuartige Fässer aus Beton, die 2013 Einzug hielten. In ihrem wohl gerundeten Körper kann das Traubengut sanft und energiesparend gären – Lage für Lage. Dabei machen die Fässer eine so überraschend gute Figur, dass sie zu den Attraktionen des Weingutes gehören.

 

Tramin

Die Traminer-Rebe ist bereits 1145 nahe des erstmals als „Tremine“ erwähnten Ortes nachweisbar, der ihr offenbar seinen Namen gab. Seit dem 19. Jahrhundert wird ein Nachfahre der ursprünglichen Sorte wegen seines betörend würzigen Duftes „Gewürztraminer“ genannt. Im warmen Alpenland Südtirol bringt diese Rebe feine trockene Weine hervor, die reich an Säure sind.

Im früh besiedelten Etschtal machte der Wein erstmals um 400 v. Chr. zur Zeit der Räter von sich reden. Bei den Banketten römischer Cäsaren wurde er sehr geschätzt und seit dem Mittelalter auch von weltlichen wie kirchlichen Würdenträgern nördlich der Alpen gern getrunken.

Von der Bedeutung Tramins, des kleinen Weinortes südlich des Kalterer Sees, zeugen mit Wandmalereien ausgestattete Kirchen wie St. Jakob im nahen Kastelaz oder zahlreiche Herrschaftssitze wie der Ansitz der Edlen von Langenmantel aus dem 16. Jahrhundert. Auf Schritt und Tritt stößt der interessierte Besucher auf Spuren einer wechselhaften Geschichte mit vielen Machthabern.

Vigna – ist Spitze!

Steht in Italien „Vigna“ – Deutsch „Weingarten“ – auf dem Etikett, handelt es sich um einen Wein, dessen Trauben aus einem genau begrenzten Weingarten stammen. Die Franzosen sprechen von „Cru“ – von einem Wein, der seine Herkunft zu erkennen gibt! Die Klassifikation zeichnet bei J. Hofstätter einen Wein aus, der die Güte und Stilistik eines bestimmten Weingartens bestmöglich verkörpert – Jahr für Jahr.

Das Weingut benennt bereits seit 1987 auf dem Etikett des Blauburgunders Barthenau Vigna S. Urbano und des Weißburgunders Barthenau Vigna S. Michele die spezifische Parzelle. Großväter und Väter hatten die besonderen Qualitäten dieser Lagen erkannt und sie mit den geeigneten Rebsorten bestockt. Auch heute werden die historischen Wurzeln des Weines bewahrt, seine Heimat und Identität – ganz im Sinne der einstigen Pioniere.
J. Hofstätter konnte als erstes Weingut in Südtirol „Vigna“ auf seine Flaschen schreiben, weil es historische Lagen- und Hofnamen beibehalten und Trauben aus geografisch genau begrenzten Parzellen separat vinifiziert hat. Wie schon sein Vater Paolo stellt auch Winzer Martin Foradori Hofstätter die Tradition und das Terroir in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Unabhängig von vorübergehenden Trends am Markt will er überzeugend fortführen, was sich seit Jahrzehnten im Weinberg bewährt hat.

Doch: Lage verpflichtet! So ist die Menge der Trauben aus einer Parzelle immer begrenzt und damit die Menge des Weins. Für den Winzer kann die strikte Vorgabe witterungsbedingt mit viel Arbeit und Unwägbarkeiten behaftet sein. Dem Weingenießer bietet sie jedoch einen besonderen Reiz. Bei wechselnden klimatischen Bedingungen zeigt sich ihm in jedem Jahrgang der unverwechselbare Charakter des Weines aufs Neue.